InhaltChronikDie historische Entwicklung des Amtsgerichts
Das Amtsgericht Düsseldorf - eine Zeitreise von 1879 bis heute
Im Jahr 1879Nach dem schon 1820 gegründeten Landgericht Düsseldorf entstand erst im Jahre 1879 das Amtsgericht Düsseldorf. Sein gedanklicher Ursprung liegt in der zügigen und vor allem bürgernahen Rechtsgewährung. Seit jeher war ein Hauptproblem der Justiz ihre Langsamkeit. Im Barockzeitalter suchten die Menschen lieber den adeligen Amtmann auf, den man häufig für ehrbarer hielt und der kraft seiner Autorität nicht selten einen schnellen Kompromiss mit den Streitenden erzielte. Als Frankreich 1805 das Rheinland vereinnahmte und hier den Code Civil einführte, wurde der Amtmann abgelöst. An seine Stelle trat der juristisch gebildete Friedensrichter als Vorläufer des heutigen Richters am Amtsgericht. Der zunächst einzige Friedensrichter belegte eine Stube im Rathaus, tagte aber auch mangels angemessenen Saals – in vollem Ornat – in seiner Privatwohnung. Bei der Justiz gilt traditionell das Prinzip der edlen Armut. Das sich allmählich vergrößernde Friedensgericht zog zunächst zur alten Herzöglichen Kanzlei an der Rheinfront des Rathauses und landete endlich im Hontheim´schen Palais, Akademiestraße 3, wo schon die Kunstakademie untergebracht war. Das Amtsgericht begann 1879 mit vier Richtern, von denen einer literarische Berühmtheit erlangte: Der Amtsrichter Emil Hartwich lieferte mit seinem Tod im Duell die Vorlage für Theodor Fontanes Roman "Effi Briest". Auch das Amtsgericht wurde mit seinen einzelnen Abteilungen in wechselnden Quartieren untergebracht: Königsplatz 40, Josephinenstraße 15, Bismarckstraße 8, Marienstraße 2 und ab 1908 im Girardet-Haus, Grabenstraße 19-25. Im Jahr 1913Im Jahre 1913 begann der Bau des jetzigen Justizgebäudes an der Mühlenstraße, zunächst sehr bescheiden geplant, dann aber nach einem im November des Kriegsjahres 1915 gefassten Beschluss der Provinzverwaltung erheblich erweitert und mit "würdiger Ausstattung", die sich vor allem in dem monumentalen Eingangsbereich ausdrücken sollte. Die Außenmauern wurden mit rheinischen Klinkern verblendet in den Farben hellrot bis schwärzlich-violett. Die gewaltigen Säulen der Vorderfront sind wie die Gesimse und Brüstungen aus Kirchheimer Muschelkalk. Über dem Portal thronen sechs Figuren von drei Metern Höhe, welche die klassischen und die christlichen Tugenden versinnbildlichen, nicht aber die Tugend der Gerechtigkeit. Diese findet sich im Haus selbst in Form des vergoldeten Kopfes der Justitia oberhalb des Durchgangsportals des Haupttreppenhauses. Die zweite Etage der Vorderfront schließt ab mit den Köpfen "Rechtsgelehrte und Weise des Altertums". Beginnend mit dem Jahr 1956 wurden Erweiterungsbauten errichtet, bis die heutige Größe des Gebäudeensembles erreicht war. Im Jahr 1933 bis 1945Die Diktatur von 1933 bis 1945 war eine Zeit des Justizterrors, was nicht allein die strikt linientreuen Sondergerichte, sondern auch die eigentliche Justiz belastet. Ein wenig erfreulich mag allenfalls sein, dass der "Nationalsozialistische Rechtswahrerbund" die passive Haltung der Düsseldorfer Richter beklagte, und dass kein Düsseldorfer Amtsrichter ein höheres Parteiamt bekleidete. Ab dem 06.09.1945Seit Wiederaufnahme der Rechtspflege am 6.9.1945 wuchs das Amtsgericht in seinen Zuständigkeiten und bis in die Neunziger hinein auch in seinem Personalbestand, der dann in den letzten Jahren wieder verkleinert wurde. Zwischenzeitlich werden bestimmte Aufgaben aus dem Bezirk des Landgerichts Düsseldorf und des Oberlandesgerichts Düsseldorf beim Amtsgericht Düsseldorf zentral bearbeitet. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte der Rubrik Gerichtsbezirk Seit dem 08.03.2010Am 08.03.2010 wechselten das Amtsgericht und Landgericht Düsseldorf ihren Standort von der Mühlenstraße zur Werdener Straße in Oberbilk. Historische Bilder |
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